Momentum-Divergenz
Eine Momentum-Divergenz entsteht, wenn der Preis ein neues Hoch oder Tief markiert, ein Momentum-Indikator wie RSI oder MACD dies aber nicht mit einem entsprechenden neuen Hoch oder Tief bestätigt. In der Elliott-Wellen-Analyse gehört die Divergenz zwischen Wave 3 und Wave 5 zu den zuverlässigsten Signalen überhaupt. Wave 3 ist die stärkste Welle mit dem größten Momentum. Wave 5 treibt den Preis auf neue Extreme, aber mit schwindender Energie. Das erzeugt ein Divergenzmuster wie aus dem Lehrbuch. Sie sehen den Preis in Wave 5 ein höheres Hoch machen, während RSI oder MACD ein niedrigeres Hoch als in Wave 3 drucken. Diese Divergenz sagt Ihnen, dass der Trend auf Reserve läuft. Sie sagt Ihnen nicht genau, wann die Umkehr kommt, aber sie sagt Ihnen, dass das Ende nahe ist. Trader nutzen Momentum-Divergenzen, um Stops enger zu ziehen, Positionsgrößen zu reduzieren oder Gegentrend-Einstiege vorzubereiten. Divergenzen treten auch innerhalb von Subwellen auf, Sie können sie also auf mehreren Timeframes erkennen. Sehen Sie beim Abschluss einer Wave 5 gleichzeitig eine Divergenz im Tages- und im Wochenchart, ist das Umkehrsignal besonders stark.
Der S&P 500 schließt Wave 3 bei 5,400 ab, der RSI erreicht 82. Wave 4 korrigiert auf 5,200. Wave 5 steigt auf 5,500, ein neues Allzeithoch. Der RSI erreicht bei diesem neuen Hoch aber nur 68. Diese Lücke zwischen RSI 82 (Wave 3) und RSI 68 (Wave 5) ist eine bärische Momentum-Divergenz. Der MACD erzählt dieselbe Geschichte, seine Histogrammbalken sind während Wave 5 kürzer als während Wave 3. Ein Trader, der diese Divergenz erkennt, verkauft 50% seiner Long-Position bei 5,480 und zieht den Stop für den Rest auf Einstand. Der Index dreht bei 5,520 und fällt in den folgenden zwei Monaten in einer A-B-C-Korrektur um 8%.